Herzlichen Glückwunsch, Ihr Werbeblocker funktioniert!

Bitte deaktivieren Sie Ihren Werbeblocker für diese Seite, um kostenlose Dienste weiterhin zu ermöglichen.
Unterstüzen Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende

Windows 98 in einer virtuellen Maschine (VM) wie VMware oder VirtualBox installieren. Bei AMD CPU besser mit "VBoxManage modifyvm"!

Zuletzt geändert: 03.12.2020 - Tags: Windows 98, VMware, VirtualBox, VM
vm_waren2.png

--> Für Ryzen-CPUs gibt es hier eine aktualisierte Version des Blog-Artikels! <--

Es gibt im Netz unzählige mehr oder weniger vollständige Anleitungen, wie man Windows 98 in einer virtuellen Maschine (VM), z.B. VMware Player, VMware Workstation Pro oder VirtualBox installieren kann.

Nutzt man allerdings unter VirtualBox ein (älteres) Hostsystem mit AMD Phenom II CPU (also keine INTEL-CPU), kann es allerdings zu unliebsamen Überraschungen kommen!

Der Vollständigkeit halber werden hier die gängisten VM-Lösungen "VWware" und "VirtualBox" vorgestellt.


1. VMware (Player / Workstation Pro)

Generell gestaltet sich die Installation in VMware etwas einfacher, da hier die sogenannten VMware Tools (winPre2k.iso in Version 7.7.0) noch Windows 98 unterstützten.

Für Windows 98 bietet sich VMware Workstation Pro 10.x an da spätere Pro-Versionen keinen echten Mehrwert mehr bieten. Außerdem ist Workstation Pro Version 10.x die letzte Version, die noch Windows XP als Host-System unterstützt.#

Unter Windows 7 als Hostsystem kann gerne noch VMware 10.x benutzt werden.
Unter Windows 10 ist zwingend VMware ab Version 12.x erforderlich, da Version 10.x unter Windows 10 nicht ordentlich funktioniert. (So ist z.B. kein Drag&Drop von Windows 10 in die virtuelle Maschine möglich, ohne dass sich VMware 10.x aufhängt.)

Alternativ funktioniert es auch mit der aktuellen VMware Player Version für aktuelle x64 Windows Version.

1.1. Sound unter VMware einrichten

Allerdings liefert VMware mit Windows 98 als Gast-System standardmäßig keine Soundausgabe.

Abhilfe dafür - Soundtreiber für VMware:

Datei
VMware Treiber für Windows 98 SE als Gastsystem.exe
Details
icon

Vorgefertigtes Treiberpaket für VMWare-Komponenten für Windows 98 SE als Gast-System mit VMWare.
Vollständige Liste:

  • VMware Tools 7.7.0 ("vm_ware_tools_winPre2k_v7.7.0.iso")
  • SB PCI128 Soundtreiber ("vm_ware_sound_treiber.iso") für Windows 98 SE
  • Waveset (8MB) für MIDI-Wiedergabe ("eapci8m.ecw")

Installation:

#1 VMware Tools installieren:

Dazu die "vm_ware_tools_winPre2k_v7.7.0.iso"-Datei mounten und "setup.exe" starten

#2 Soundkartentreiber (inkl. Waveset) installieren:

  1. "vm_ware_sound_treiber.iso"-Datei mounten und "SBPCI_WebDrvsV5_12_01.exe" auf den Desktop kopieren.
  2. Windows 98 Installations-CD einlegen und "SBPCI_WebDrvsV5_12_01.exe" ausführen, damit der Soundtreiber installiert wird.
  3. Windows 98 neu starten.
  4. ab hier optional: Kopieren Sie die Datei eapci8m.ecw in das C:\windows\system
  5. Klicken Sie im Windows-Startmenü auf Einstellungen, klicken Sie auf Systemsteuerung, klicken Sie auf System.
  6. Klicken Sie in den Systemeigenschaften auf Geräte-Manager, erweitern Sie "Audio, Video- und Gamecontroller", klicken Sie auf SB PCI(WDM), klicken Sie auf Eigenschaften.
  7. Klicken Sie in der SB PCI(WDM) auf Einstellungen.
  8. Klicken Sie im MIDI Synthesizer Waveset auf Add WaveSet.
  9. Wählen Sie die Datei eapci8m.ecw im C:\windows\system aus, klicken Sie auf OK.
  10. 8 MB GM/GS Waveset ver 5 wird unter MIDI Synthesizer Waveset angezeigt.
  11. Anschließend Windows 98 neu starten.

(Für Windows 98 und Windows 98SE gibt es keine Unterstützung für das VMCI-Gerät in VMware Tools. Deshalb bleibt im Gerätemanager ein unbekanntes Gerät "PCI System Peripheral" übrig. Dieses kann getrost ignoriert werden.)

pci_system_peripheral_windows_98

Größe
20 MB
Dateiname
VMware Treiber für Windows 98 SE als Gastsystem.exe
Download

1.2. Netzwerk unter VMware einrichten

VMWare richtet die Windows 98 Netzwerk-Konfiguration ("Netzwork Adapter") automatisch als "NAT" ein:

vmware nat

Vorzuziehen ist allerdings der "Bridged"-Modus.
Soll die VM eine echte eigene IP Adresse im heimischen Netzwerk haben, bietet es sich an, den Netzwerk Adapter als "Bridged" zu definieren. Damit bekommt die VM eine IP direkt vom vorhandenen DHCP-Server im Netzwerk zugewiesen:

vmware_bridged

Ob eine Verbindung besteht, lässt sich dann einfach in einem Browserfenster (z.B. Internet Explorer) unter Windows 98 testen, ob eine Webseite angezeigt wird. Am besten kann man das noch mit "http://www.msn.com" testen, da "www.google.de" mittlerweile nicht mehr im IE funktioniert. (Stand: Okt. 2019)

Hinweis #1: Sollte unter "Bridged" keine Verbindung möglich sein, muss der Netzwerkadapter von VMware mit dem "Virtual Network Editor" (vmnetcfg.exe) umkonfiguriert werden, da es passieren kann, dass VMware vor allem bei mehreren Netzwerkverbindungen (LAN-, WLAN-, VPN-Adapter) durcheinander kommt.
Dazu ist im "Virtual Network Editor" das "VMnet0" von"Automatic", manuell auf die real existierende Netzwerkkarte im Host-Rechner zu setzen. Hier "Intel(R) Ethernet Connection...":

vmware_bridged_nic

Hinweis #2: im VMware Player ist der "Virtual Network Editor" (vmnetcfg.exe) standardmäßig nicht vorhanden, sondern muss manuell aus der Installationsdatei extrahiert werden, damit es benutzt werden kann.
Ein Youtube-Video dazu (englisch) erläutert das nochmal im Detail.

2. VirtualBox

Die wichtigsten Einstellungen und Installationshinweise für VirtualBox (hier mit Version "5.2.26"):

2.1. Option "IO ACPI aktivieren" nicht setzen

Oft liest man, dass man diese Option für Windows 98 aktivieren muss. Aber die Option bremst die VM nur unnötig aus und ist für Windows 98 ohnehin irrelevant.

io_apci_virtualbox

 2.2. Option "VT-x/AMD-V aktivieren" setzen

Unter Virtualbox ist die Installation und der Start von Windows 98 merklich schneller, als unter VMware, wenn man folgende Systemkonfiguration nutzt und "VT-x/AMD-V aktivieren" einschaltet:

 virtualbox system ansicht

Auf dieses Feature möchte man also ungern verzichten. Allerdings kann es mit besagter "AMD Phenom II" CPU zu unschönen Phänomenen kommen:

In der Regel funktioniert die Installation des SciTech Display Doctors 7 damit seltsamerweise nicht. Dieser quittiert nach dem Reboot nur einen (überspringbaren) Bluescreen und lässt die Änderung des Bildschirmtreibers nicht zu. Ändert man den Bildschirmtreiber trotzdem, startet Windows 98 nicht mehr, sondern meldet nur noch eine "Schutzverletzung".

Abhilfe dafür schafft Punkt 2.3!

(Der "Scitech Display Doctor" wurde nach der Firmenauflösung als kostenlos Software vom Anbieter zur Verfügung gestellt, siehe scitechsoft.com via archive.org.)

2.3. Gast-System in der VirtualBox eine andere CPU vorgaukeln

Das Problem in Punkt 2.2 lässt sich kurioserweise beheben, indem man Windows 98 in der VirtualBox eine andere CPU (hier z.B. "Intel Core i5-3570") vorgaukelt.

Der folgende Befehl muss dafür in der Kommandozeile abgesetzt werden.
"VM_name" muss nur durch den tatsächlichen Namen der virtuellen Maschine, hier "win98_test" ersetzt werden:

VBoxManage modifyvm "VM_name" --cpu-profile "Intel Core i5-3570"

vm_wechsel_cpu

Vor der Änderung im Windows 98 Gast-System (mit der "originalen" AMD Phenom CPU des Windows 7 Host-Systems):

vm_amd

Nach der Änderung im Windows 98 Gast-System (mit vorgegaukelter Intel CPU):

vm_intel

Falls der "Intel Core i5-3570" nicht funktioniert oder nicht gefällt, gibt es bei http://www.virtualbox.org/svn/vbox/trunk/src/VBox/VMM/VMMR3/cpus/ eine Liste aller CPUs, die alternativ dafür verwendet werden können.

2.4. Bei der Windows 98 Installation direkt ACPI erzwingen

Ein letzter sinnvoller Punkt, der oft nicht erwähnt wird, ist die Installation des Windows 98 Systems mit ACPI. Windows 98 erkennt die ACPI Option vom emulierten BIOS der VirualBox leider nicht und so wird Windows 98 ohne ACPI installiert, sondern mit APM.
Das hat unter anderem den unschönen Nebeneffekt, dass beim Herunterfahren von Windows 98 die virtuelle Maschine oft nicht vollständig beendet wird. Darüber hinaus ermöglicht ACPI, dass der Prozessor des Gastsystems CPU IDLE unterstützt.

Wenn man von der bootfähigen Windows 98 CD startet, sollte man die Option "Computer mit CD-ROM-Unterstützung starten" auswählen und die Installationsroutine folgendermaßen anstarten:

D:\setup /p j

2.5. Fazit: Schneller(er) Bootvorgang innerhalb einiger Sekunden

Hier ein Live-Mitschnitt eines Bootvorgangs von Windows 98 SE unter VirtualBox mit den o.g. berücksichtigten Optionen. (Video wurde ohne Audio aufgenommen.)




Änliche Artikel anzeigen: