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2019: Windows 98 in einer virtuellen Maschine (VM) wie VirtualBox installieren. Bei AMD CPU besser mit "VBoxManage modifyvm"!

29.01.2019 Kategorie: Windows 98 , VMware , VirtualBox , VM

Es gibt im Netz unzählige mehr oder weniger vollständige Anleitungen, wie man Windows 98 in einer VM, z.B. VMware oder VirtualBox installieren kann.

Nutzt man allerdings unter VirtualBox ein (älteres) Hostsystem mit AMD Phenom II CPU (also keine INTEL-CPU), kann es allerdings zu unliebsamen Überraschungen kommen!

Der Vollständigkeit halber werden hier die gängisten VM-Lösungen "VWware" und "VirtualBox" vorgestellt.


1. VMware

Generell gestaltet sich die Installation in VMware etwas einfacher, da hier die sogenannten VMware Tools noch Windows 98 unterstützten.
Für Windows 98 bietet sich VMware Version 10.x noch an, da spätere Versionen keinen echten Mehrwert mehr bieten. Außerdem ist Version 10.x die letzte Version, die noch Windows XP als Host-System unterstützt.

Allerdings liefert VMware mit Windows 98 als Gast-System standardmäßig keine Soundausgabe.

Abhilfe dafür - Soundtreiber für VMware:

Details von Driver Pack 7 für Windows 98 (VMware Treiber).exe
Dateigröße104 KB
Beschreibung

Vorgefertigtes Treiberpaket für VMWare-Komponenten für Windows 98 (SE) als Gast-System in VMWare.
Vollständige Liste:

** Driver Pack 7 für Windows 98 ** (VMWare Treiber)

  • VMWare Maus Treiber
  • VMWare Virtual SVGA Video Treiber
KategorieWindows 98 Treiber
virus total logoScanergebnis: https://www.virustotal.com/latest-scan/38e9473d12db23004b63e3131a032c49
Downloadzahl680 mal
DateinameDriver Pack 7 für Windows 98 (VMware Treiber).exe
Download Driver Pack 7 für Windows 98 (VMware Treiber).exe

2. VirtualBox

Die wichtigsten Einstellungen und Installationshinweise für VirtualBox (hier mit Version "5.2.26"):

2.1. Option "IO ACPI aktivieren" nicht setzen

Oft liest man, dass man diese Option für Windows 98 aktivieren muss. Das man vielleicht in der Vergangenheit so gewesen sein, aber die Option bremst die VM nur unnötig aus und ist nicht (mehr) notwendig.

io_apci_virtualbox

 2.2. Option "VT-x/AMD-V aktivieren" setzen

Unter Virtualbox ist die Installation und der Start von Windows 98 merklich schneller, als unter VMware, wenn man folgende Systemkonfiguration nutzt und "VT-x/AMD-V aktivieren" einschaltet:

 virtualbox system ansicht

Auf dieses Feature möchte man also ungern verzichten. Allerdings kann es mit besagter "AMD Phenom II" CPU zu unschönen Phänomenen kommen:

In der Regel funktioniert die Installation des SciTech Display Doctors 7 damit seltsamerweise nicht. Dieser quittiert nach dem Reboot nur einen (überspringbaren) Bluescreen und lässt die Änderung des Bildschirmtreibers nicht zu. Ändert man den Bildschirmtreiber trotzdem, startet Windows 98 nicht mehr, sondern meldet nur noch eine "Schutzverletzung".

Abhilfe dafür schafft Punkt 2.3!

2.3. Gast-System in der VirtualBox eine andere CPU vorgaukeln

Das Problem in Punkt 2.2 lässt sich kurioserweise beheben, indem man Windows 98 in der VirtualBox eine andere CPU (hier z.B. "Intel Core i5-3570") vorgaukelt.

Der folgende Befehl muss dafür in der Kommandozeile abgesetzt werden.
"VM_name" muss nur durch den tatsächlichen Namen der virtuellen Maschine, hier "win98_test" ersetzt werden:

VBoxManage modifyvm "VM_name" --cpu-profile "Intel Core i5-3570"

vm_wechsel_cpu

Vor der Änderung im Windows 98 Gast-System (mit der "originalen" AMD Phenom CPU des Windows 7 Host-Systems):

vm_amd

Nach der Änderung im Windows 98 Gast-System (mit vorgegaukelter Intel CPU):

vm_intel

2.4. Bei der Windows 98 Installation direkt ACPI erzwingen

Ein letzter sinnvoller Punkt, der oft nicht erwähnt wird, ist die Installation des Windows 98 Systems mit ACPI. Windows 98 erkennt die ACPI Option vom emulierten BIOS der VirualBox leider nicht und so wird Windows 98 ohne ACPI installiert, sondern mit APM.
Das hat unter anderem den unschönen Nebeneffekt, dass beim Herunterfahren von Windows 98 die virtuelle Maschine oft nicht vollständig beendet wird. Darüber hinaus ermöglicht ACPI, dass der Prozessor des Gastsystems CPU IDLE unterstützt.

Wenn man von der bootfähigen Windows 98 CD startet, sollte man die Option "Computer mit CD-ROM-Unterstützung starten" auswählen und die Installationsroutine folgendermaßen anstarten:

D:\setup /p j

2.5. Fazit: Schneller(er) Bootvorgang innerhalb einiger Sekunden

Hier ein Live-Mitschnitt eines Bootvorgangs von Windows 98 SE unter VirtualBox mit den o.g. berücksichtigten Optionen. (Video wurde ohne Audio aufgenommen.)




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