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Doom Multiplayer im IPX-Netzwerk unter DOS und Windows 95 & 98

Update: 09.04.2026 | Erstellt: 08.03.2026 von creopard

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Doom Multiplayer im IPX-Netzwerk unter DOS und Windows 95 & 98
Doom 1+2 Promo Hintergrund, bethesda.net

DOOM im Multiplayer ist kein Spiel, sondern vielmehr eine Gruppentherapie mit Schrotflinten. Nicht umsonst hat DOOM den Begriff "Deathmatch" geprägt. Und je mehr an so einer "Gruppensitzung" teilnehmen, desto besser.

Leider unterstützen das originale DOOM (1993) und DOOM 2 (1994) als Netzwerkschnittstelle jeweils nur das veraltete IPX-Protokoll und nicht das mittlerweile übliche TCP/IP-Protokoll. Das war seiner Zeit geschuldet, da es eher für Multiplayersession über das lokale Netzwerk (LAN mit bis zu 4 Spieler), Nullmodem-Kabel oder Modem (jeweils nur 2 Spieler) ausgelegt war und nicht für Deathmatches über ein globales Internet. Mit IPX lief DOOM dagegen von Anfang an in bereits vorhandenen Netzwerken von Schulen, Büros oder Universitäten.

Erst 1995 folgten Freeware-Programme wie "iDoom" bzw. "iFrag", die Multiplayerpartien über TCP/IP ermöglichten. Dabei musste ein Spieler als Server fungieren und konnte bis zu 3 Clients hosten.

Mittlerweile gibt es ja genug Umsetzungen, um DOOM und DOOM 2 direkt unter Windows oder über die "Steam-Plattform" im Internet in 4K-Auflösung mit bis zu 16 Teilnehmern zu spielen.
Aus der Retroperspektive ist so eine moderne Version natürlich langweilig und richtet sich eher an den "Casual Gamer", der sich nicht mit alten PC-Systemen beschäftigt.

Wer es "richtig" machen will (ohne "Steam"), weil er DOOM nicht (nochmal) kaufen möchte oder die Shareware-Version einsetzt, findet hier verschiedene Lösungsansätze.


Bei der Recherche zu Themen wie IPX und DOOM stößt man zwangsläufig auf historische Quellen, die neben dem ganzen "Netzwerkgedöns" auch kuriose Fun Facts zutage fördern.

doom-shareware-netzwerk
Bild: DOOM Shareware Version 0.99/1.0 im IPX-Netzwerk
(Klick zum Vergrößern)

Fun Fact #1: In der offiziellen DOOM-FAQ wurde explizit darauf hingewiesen, dass man im lokalen Netzwerk bitte nicht DOOM in Version 1.0 oder 1.1 verwenden soll, sondern mindestens DOOM Version 1.2. Grund war der broadcast packet meltdown bug, der in einem lokalen Netzwerk Anfragen an alle Rechner sendete und damit das Netzwerk zum Absturz bringen konnte. Kurioserweise wurde dieser Bug direkt von dem damaligen Novell-Mitarbeiter John Cash behoben, der dann später sogar für id Software und auch für Blizzard Entertainment arbeitete.

Bereits mit der Shareware-Version war es möglich im Multiplayer-Modus zu spielen, was natürlich die Popularität des Spiels im lokalen Netzwerk massiv steigerte. Da die frühen Shareware Versionen 0.99 (10.12.1993) und 1.1 (16.12.1993) ebenfalls den problematischen Netzwerkcode beinhalteten, verstärkte sich das eben genannte Problem mit der Netzwerküberflutung zusätzlich. Die Version 1.2 erschien erst am 17.02.1994 und brachte ab da auch gleich Modem- und Nullmodemunterstützung mit.

Mit dieser Version hielt auch etwas Einzug ins Spiel, was seitdem als "Telefrag" bekannt ist. Außerdem funktionierte diese Version erstmals unter Windows (noch vor Doom95).

Fun Fact #2: Obwohl das originale DOOM ja nur das IPX-Protokoll und kein TCP/IP unterstützt, ist der Port 666 offiziell für DOOM bei der "IANA" reserviert. Die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) koordiniert die weltweite Vergabe von Internetadressen und den zugehörigen Portnummern. Die offizielle Registrierung von Port 666 für das Spiel ist schon etwas Besonderes, da der niedrige Port 666 in den Bereich 0–1023 fällt und zu den sogenannten Systemports gehört in denen auch HTTP (80), DNS (53) und HTTPS (443) liegen. Die offizielle IANA-Portliste ist öffentlich einsehbar und da ist noch heute bei Port 666 TCP/UDP der Servicename "doom" mit der Beschreibung "doom Id Software" gelistet.
Auch unter Windows 11 findet man in der Datei "C:\Windows\System32\drivers\etc\services" immer noch die Einträge zu DOOMs Portnummern.

Fun Fact #3: Im Koop-Modus (kooperativer Modus), also wenn man zusammen gegen die Monster spielt, kann man mit der Taste F12 auf einen anderen Spieler umschalten und kann das Spielgeschehen aus seiner Sicht verfolgen. Ab Version 1.4 funktionierte dieses Feature auch bei der Wiedergabe von aufgenommenen Multiplayer-Demos.

Fun Fact #4: Vertrieben wurden die DOOM Patches und die Shareware-Version vor allem über FTP-Server. Der erste deutsche FTP-Server, der ab 1994 DOOM Dateien gehostet hat, war ftp.uni-erlangen.de/pub/pc/msdos/games/ID/DOOM-stuff/

Noch mehr Trivia zu DOOM gibt's im Blogbeitrag Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher.

 

1. DOOM mit IPX unter Windows 98 (im Emulator 86Box oder PCem)

Unter 86Box oder PCem ist die Sache ähnlich einfach wie unter reinem Windows 95/98. Allerdings muss für die Netzwerkkommunikation mit IPX noch das Programm "Npcap" auf dem Hostrechner installiert werden, damit die IPX-Anfragen über ein herkömmliches TCP/IP-Netzwerk verteilt werden können.

Die Installationsschritte sind wie folgt:

1.1 Npcap unter Windows 10/11 installieren

Download: https://npcap.com/#download
Hinweis: Npcap funktioniert hier nur für kabelgebundene Netzwerke, nicht über WLAN!

1.2 Installieren und Setup von 86box

Download: https://86box.net/ 
Grundkonfiguration, siehe z.B.: https://www.creopard.de/pcem-86box-pc-emulator-alte-retro-spiele.htm

1.3 Netzwerkkarte unter 86Box konfigurieren

Modus: "PCap" auswählen (erscheint nur, wenn Npcap in Schritt 1 erfolgreich installiert wurde)
MAC-Adresse: Jede 86Box-Maschine muss eine unterschiedliche MAC-Adresse haben

Um noch etwas Abwechslung in die Konfiguration zu bringen, statten wir beide PCs mit unterschiedlichen Netzwerkkarten aus. Ein PC bekommt eine PCI-Netzwerkkarte, der andere eine ISA-Netzwerkkarte.

Genereller Nachteil bei PCI-Netzwerkkarten unter MS-DOS: Die Netzwerkkarten (hier eine "[PCI] Realtek RTL8095AS") wird zwar ohne großen Konfigurationsaufwand (Plug'n'Play) unter Windows 98 erkannt und installiert, allerdings gibt es für PCI-Netzwerkkarten oft keine DOS-Treiber, so dass sie nur unter Windows funktionieren.
Für das gleichlautende ISA-Modell ("[ISA] Realtek RTL8095AS", ebenfalls Plug'n'Play) ist es hingegen kein Problem, Treiber für MS-DOS zu finden.
Bei der ISA-Version muss für die Nutzung unter MS-DOS im BIOS allerdings die Option "PNP OS Installed: No" gesetzt werden, damit sie korrekt initialisiert wird.

PC1 mit einer "[PCI] Realtek RTL8095AS":

doom-ipx-86box-netzwerk-karte-npcap
Bild: 86Box Netzwerkeinstellungen von PC1

PC2 mit einer "[ISA16] NE2000 compatible":

Da es sich um eine ISA-Netzwerkkarte handelt geben wir den IRQ "10" und Adresse "0x300" direkt an.

doom-ipx-86box-netzwerk-karte-npcap-ne2000
Bild: 86Box Netzwerkeinstellungen von PC2

1.4 Windows 95 oder Windows 98 SE wie üblich installieren

PC1: Die Treiber für die Netzwerkkarte "[PCI] Realtek RTL8095AS" sollten unter Windows 98 automatisch installiert werden.

PC2: Die "[ISA16] NE2000 compatible" Netzwerkkarte muss unter Windows 98 manuell hinzugefügt werden, da es sich nicht um ein Plug'n'Play Modell. Dazu die Hardwareerkennung manuell unter "Systemsteuerung" -> "Hardware" ausführen. Im nächsten Schritt die Option "Nein, Hardware in der Liste wählen" und unter "Netzwerkkarten" -> "Novell/Anthem" das Modell "NE2000-kompatibles Gerät" auswählen.

Wenn der Treiber von der Windows-CD installiert wurde, noch keinen Neustart ausführen, sondern erst den IRQ und die Adresse im Gerätemanager so korrigieren, dass sie mit der Konfiguration von 86Box übereinstimmt:

doom-ipx-86box-netzwerk-karte-npcap-ne2000-hardware
Bild: PC2 mit korrigierten Einstellungen zu IRQ: "10" und Adresse: "0300"

1.5 IPX-Netzwerk unter Windows installieren

Rechtsklick unter "Netzwerkumgebung" -> "Eigenschaften" -> "Hinzufügen" -> "Protokoll" -> "Microsoft" -> "IPX/SPX-kompatibles Protokoll"
Die Installation benötigt anschließend die Windows-CD.

Außerdem sollte nur der "Client für Microsoft Netzwerke" und nicht "Microsoft Family Logon" vorhanden sein.
Wenn Letzterer in der Liste erscheint, diesen einfach löschen.

ipx-windows-98-install
Bild: IPX-Netzwerk Setup unter Windows 98

1.6 PC-Name im Netzwerk ändern

Rechtsklick auf "Netzwerkumgebung" -> "Eigenschaften" -> "Identifikation" und unter "Computername" einen eindeutigen Namen im Netzwerk vergeben.

1.7 DOOM auf beiden Rechnern nacheinander starten

Der Start für Netzwerkschlachten kann bei älteren DOOM Versionen (hier 1.2) entweder direkt aus der "SETUP.EXE" -> "Run Network/Modem/Serial Game" -> "IPX-compatible Network" -> Taste F10 heraus erfolgen

windows-doom-setup-ipx
Bild: Netzwerksetup in DOOM v1.2

oder bei neueren DOOM-Versionen etwas komfortabler mit "DM.EXE", dem sogenannten "DeathManager".

doom-ipx-86box-dm-windows
Bild: DeathManager in Aktion (Klick zum Vergrößern)

Nachdem alle Einstellungen getätigt wurden, startet man die Netzwerkpartie mit F10.

doom-ipx-86box-dm-windows-connect
Bild: PC1 sucht, PC2 startet gleich (Klick zum Vergrößern)

Nun beginnen die PCs sich gegenseitig zu suchen ...

doom-ipx-86box-dm-windows-connected
Bild: PC1 und PC2 haben sich gefunden (Klick zum Vergrößern)

... und wenn sie sich gefunden haben, geht es sofort(!) los.

doom-ipx-86box-npcap
Bild: DOOM mit IPX-Multiplayer in Aktion (Klick zum Vergrößern)

 

2. DOOM mit IPX unter (echtem) MS-DOS

Wer das "volle Programm" haben will, also den etwas steinigeren Weg unter DOS gehen will, dem sei der Artikel IPX-Netzwerk unter DOS für Multiplayer-Spiele aufsetzen ans Herz gelegt. In einer echten MS-DOS Umgebung ist im Gegensatz zum Setup unter Windows 95/98 noch etwas mehr Handarbeit und Drittsoftware notwendig.

 

3. DOOM mit IPX in DOSBox

Das Spiel in einer DOSBox aufzusetzen ist fast schon langweilig, weil es so einfach geht.
Wie das genau funktioniert, wurde bereits unter DOSBox für Multiplayer Spiele einrichten: IPX Netzwerk und (Null)Modem beschrieben.

IPX Setup DOOM II
Bild: DOOM 2 Setup-Programm Version 1.7

 

4. DOOM mit IPX auf echter Hardware ("Barebone")

Der Guido vom "Yesterchips Computermuseum" hat ein kurzes knackiges Video gemacht, wie man DOOM mit echter (alter) Hardware verkabelt und spielen kann. Dabei nutzt er ebenfalls Windows 98 als Basis und nicht pures DOS. Die IPX-Einrichtung unter Windows 98 ist eben kinderleicht und die umständliche DOS-Konfiguration entfällt.

Einzubettendes YouTube Video: Wenn Sie das Video anklicken, erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen von Youtube und den unseren einverstanden.
Link zum Video: https://youtu.be/IAXCjx8iIjw

 

5. Quellenverzeichnis

Doom FAQ: https://www.gamers.org/docs/FAQ/doomfaq/
Doomwiki: https://doomwiki.org/wiki/Multiplayer
Doomnet: https://www.gamers.org/dhs/helpdocs/doomnet.html
Game Engine Black Book Doom: https://fabiensanglard.net/gebbdoom/index.html
Memories Of Doom, Interview mit John Carmack (2013): https://kotaku.com/memories-of-doom-by-john-romero-john-carmack-1480437464
Doomworld: https://www.doomworld.com/files/file/4484--/
Buch "Masters Of Doom" (ISBN 9780812972153), Seite 160 : https://en.wikipedia.org/wiki/Masters_of_Doom
Doom (PC, 1993)/Revisional Differences: https://tcrf.net/Doom_(PC,_1993)/Revisional_Differences


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