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Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher

Update: 07.03.2024 | Erstellt: 01.11.2023 von creopard

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Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher
Klick zum Vergrößern
Ladebildschirm bei Wolfenstein 3D / Id Software

Alternativtitel: Meine Lieblingsspiele über die Jahrzehnte

"Welche Games spielst du eigentlich so?" - Oft fallen einem jetzt nur die aktuellen oder zuletzt gespielten Spiele ein.

Doch wie kommt man eigentlich an den Punkt, an dem man sagen kann: "Dieses Spiel mag ich, aber jenes nicht"?
Kaum jemand steigt als Erwachsener direkt in die Welt der PC- und/oder Konsolenspiele ein, sondern kennt viele Spiele bereits aus seiner Kindheit oder Jugend. Die frühen Erfahrungen haben die meisten Jugendlichen (so auch mich) geprägt und eine gewisse Vorliebe für bestimmte Spielgenres entstehen lassen. Jeder hat seine eigene Geschichte, wie er zu seinen Lieblingsspielen gekommen ist.

"Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher"
(Goblin Schamane in Sacred)

Heute möchte ich mir die Zeit nehmen, ein paar meiner Geschichten zu erzählen, welche Spiele mir vom C64 bis zum PC besonders gut gefallen haben und welche eher weniger.

Ich hoffe, dass sie auch für die Besucher meines Blogs interessant sind (schließlich haben sie ja zumindest bis hierher gelesen). Also tauchen wir ein und entdecken Genre für Genre.


Bei den Spielen sind in Klammern immer die Jahreszahl und das jeweilige System angegeben. Das bedeutet nicht, dass ich das Spiel in diesem Jahr gespielt habe, sondern dass es in diesem Jahr veröffentlicht wurde.

 

1. Der erste Kontakt: Die Reise vom C64 zum PC

1.1 Der Commodore 64 "Brotkasten"

Der Grundstein wurde bei mir 1985 mit einem Commodore 64, einer 1541 Floppy und einem Grünmonitor von Zenith gelegt. Dieses System war leider nicht meins, sondern nur die initiale Zündung in die Computerei. Der erste Kontakt zu Spielen wurde mit Wizard of Wor (1981, C64) und Beach Head (1983, C64) aufgenommen.
Etwas später (Weihnachten 1987) war es dann so weit: mein eigener C64 mit 1541 Floppy, die an diesem "Universum/Quelle" schwarz/weiß Fernseher betrieben wurden. Bis auf den Fernseher habe ich in diese Kombination immer noch hier.

Zu einem Amiga oder Atari-ST hatte ich keinen direkten Zugang, weshalb ich diese Systeme überspringen muss(te).

1.2 Die PCs

Der erste IBM-kompatible PC sollte 1988 in den Haushalt Einzug halten: ein 286er, der hauptsächlich vom Vater für die Arbeit genutzt wurde. Microsoft Windows gab es dafür noch nicht, sondern nur MS-DOS und "Framework III" von Ashton Tate, auf dem ich meine ersten Geschichten getippt und sogar auf einem "NEC Pinwriter P7" Nadeldrucker zu Papier gebracht habe. Leider kann ich mich nicht mehr an die Ausstattung des 286er erinnern, allerdings weiß ich noch, dass der PC einen massiven roten Kippschalter besaß, dass man die Festplatte vor dem Ausschalten "parken" musste und dass ein laut quäkender PC-Speaker verbaut war, der für C64 Sound (SID) verwöhnte Ohren etwas erbärmlich klang. Den typischen Sound des PC-Speakers von Battle Chess (1988, PC) oder Alley Cat (1984, PC) habe ich heute noch im Ohr.

Etwas später zog 1990 mit einem Tandon i486 DX-33, 4MB RAM und Windows 3.0 ein neuerer Arbeits-PC ein, der in so einem Gehäuse untergebracht war. Morgens im Schulbus wurde zu jener Zeit immer über den (für uns Jungs) aktuellsten Titel, wie Prince of Persia (1989, PC) oder The Secret of Monkey Island (1990, PC) gefachsimpelt und Tipps ausgetauscht. Ich hatte das Glück, dass meine Schulfreunde genauso begeistert und offen gegenüber PC-Spielen waren wie ich.

Ab Ende 1993 war mein eigentlicher Haupt PC für viele Jahre ein Peacock i486 DX2-66. Zunächst mit MS-DOS 6.2 und Windows 3.11 wurde er später mit Windows 95 beglückt. Diesen PC hatte ich vergleichsweise lange und quetschte soviel Leistung wie möglich aus ihm heraus. Eine nachgerüstete SoundBlaster 16 Soundkarte, mehr FPM-RAM und ab 1995 noch ein Sony CDU50E 4x CD-ROM perfektionierten den 486er. Die akustische Euphorie beim Umstieg von einem PC-Speaker auf eine Soundkarte mit "echtem" FM-Sound und Midi-Musik kann heutzutage wohl niemand mehr so recht nachvollziehen.
Generell war ich ab etwa Mitte der 90er Jahre mit meinem PC immer weit hinter dem aktuellen PC-Standard, was mich besonders bei Diablo 1 sehr schmerzte, da der 486er dafür eindeutig zu schwachbrüstig war.

Ende der 90er Jahre wurden die eingesetzten Systeme immer schneller, u.a. weil mir häufig ausrangierte Systeme zugelaufen sind oder (ältere) Einzelkomponenten auf Auktionsplattformen günstig zu haben waren. So wurden verschiedene Stationen vom Pentium 1 mit MMX zum AMD K6, Athlon, Athlon XP, Phenom II, Ryzen durchlaufen und man erkennt gleich, dass vor allem den oft günstigeren AMD Systemen der Vorzug gegeben wurde.

Generell standen die PCs immer in einem Arbeitszimmer, wohingegen der C64 am Fernseher im eigenen Kinderzimmer verblieb. Deshalb habe ich spieletechnisch auch oft zwischen den Systemen hin und her gewechselt, wenn ich z.B. bei einem Spiel nicht mehr weiter kam. Letztendlich wurden auf allen Plattformen alle möglichen Genres ausprobiert und gespielt, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte.

 

2. Ego-Shooter

wolf3d
Bild: Wolfenstein 3D / id Software

"Mein Leben!"

mein-leben
Ausruf der blauen Soldaten in Wolfenstein 3D beim Ableben

Ich weiß es noch wie heute - irgendwann im Jahr 1992 erreichte mich ein Sharewarespiel mit dem Diskettenlabel "Wolf3D". Dass Wolfenstein 3D (1992, PC) als Initialzündung für die Entstehung eines komplett neuen Genres wegweisend sein sollte, war da freilich noch nicht abzusehen. Für uns war es sehr aufregend, in der Ich-Perspektive auf die Bösewichte zu schießen, Schätze einzusammeln und geheime Verstecke zu finden. Von der späteren Indizierung und Beschlagnahmung 1994 in Deutschland, die 1998 sogar zum sogenannten "Wolfenstein-Urteil" führte, wussten wir nichts und es war uns auch egal, da 1994 längst andere Spiele interessant waren.

Weiter ging es mit den Nachfolgern Doom (1993, PC) und Doom II (1994, PC), die wie Wolfenstein 3D ebenfalls von "id Software" erschaffen wurden.
Während eines Ferien-Sprachkurses (Poole/Bournemouth, UK) in den Sommerferien 1995 habe ich die Chance genutzt und Doom II direkt im damaligen "Virgin Superstore" am Piccadilly Circus bei einem Tagesausflug nach London gekauft. Auf der Rückseite der Spieleverpackung prangte ein roter kreisrunder Aufkleber mit dem BBFC Logo "(15)"! Das passte perfekt, da ich zu dem Zeitpunkt schon 15 Jahre alt war. Allerdings hatte der Kassierer kein Interesse, meinen Kinderausweis zu sehen. In Deutschland hingegen war Doom II bereits seit Ende 1994 indiziert und durfte daher nicht mehr an Jugendliche verkauft werden. Aber: "Andere Länder, andere Sitten" und somit fand ich mich völlig im Recht, als ich die £30 (damals ungefähr 75 DM) bezahlte und freudestrahlend aus dem Store tänzelte. Nach dem Kauf ging natürlich die Zitterpartie los: "Ob wohl alle fünf 3,5'' Disketten fehlerfrei funktionieren?", "Wird mir das Spiel bei der Einreise vom deutschen Zoll abgenommen, weil es ja irgendwie verboten ist?", "Bekomme ich Stress, weil ich noch keine 18 bin?". Man(n) geht ja meist vom schlimmsten aus, aber zurück in Deutschland konnten alle Befürchtungen zerstreut werden und auch der De-ICE Installer erledigte seinen Job während der Installation problemlos. Die Eltern hatten mit diesem speziellen Souvenir kein Problem, denn es war ja laut Verpackung offensichtlich "ab 15"! (Doom wurde in Deutschland im Mai 1994 und Doom II noch im Dezember 1994 wegen seiner jeweiligen Gewaltdarstellungen auf den Index gesetzt).
Doom war auch das erste Spiel, das ich zusammen mit einem Freund über Modem gespielt habe. Das musste natürlich nachts im günstigeren "Mondscheintarif" (von 21:00 Uhr bis 02:00 Uhr) stattfinden, da die Telefongebühren pro Einheit (=12 Pfennig) abgerechnet wurden und man pro Stunde locker auf 1,80 DM (Deutsche Mark) kommen konnte. In alten Unterlagen steht noch ein AT-Modembefehl AT \N1 \Q3 \J0 \V1 %C0 von dem ich keine Ahnung mehr habe, was er bewirkt.



Bild: Duke Nukem 3D / 3D Realms

Neben Doom war Duke Nukem 3D (1996, PC) zwei Jahre später der nächste Kostentreiber auf der häuslichen Telefonrechnung. Dank des Umstiegs von analoger Telefonie auf ISDN mit 2 Kanälen blieb beim Multiplayerspiel immerhin noch eine Leitung frei zum Telefonieren. Und natürlich wurde die zweite Leitung ebenfalls durch uns fürs "Labern" belegt. Soll einer mal sagen "wir hatten ja nichts"!
Duke Nukem 3D war als Sharewareversion in Version 1.0 auf der beigelegten Heft-CD vom Spielemagazin PC Player Ausgabe 04/1996 enthalten. (Praktischerweise war auch der Patch für die Sharewareversion von 1.0 auf 1.1 auf der CD enthalten.) Nach den ersten Levels der Shareware war schnell klar, dass ich dieses Spiel als Vollversion haben wollte. Glücklicherweise wartete ich nicht zu lange mit meiner Kaufentscheidung, denn bis dahin war Duke Nukem 3D noch "ab 16" erhältlich. Erst im Juli 1996 wurde die Vollversion in Deutschland indiziert. Die Sharewareversion(!) wurde bereits Ende Juni 1996 indiziert. Durch die Möglichkeit eigene Level zu erschaffen, kam Duke Nukem 3D in der Leveldesigner-Szene sehr gut an und so entstanden neben vielen Level CDs auch offizielle Add-ons zum Hauptspiel.

Da Quake (1996, indiziert 1996, PC) auf meinem damaligen 486DX2-66 nicht spielbar war, musste ich diesen Titel überspringen und habe ihn bis heute nicht wirklich nachgeholt.

Weiter ging es 1998 auf einem moderneren PC mit Half-Life (PC) und ja man ahnt es schon, auch dieser Titel wurde in der englischen Originalversion im Dezember 1998 in Deutschland indiziert. Die "entschärfte" deutsche Version war "ab 16" zu haben.

Eingebettetes YouTube Video: Wenn Sie das Video anklicken, erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen von Youtube und den unseren einverstanden.
Link zum Video: https://youtu.be/sXePpK1g0YA

Video: Half-Life 1, deutsches Intro: "Guten Morgen und Willkommen..."

Dieses Spiel hinterließ bereits während des Intros bei fast jedem Spieler offene Münder. Eine bis dahin nie gesehene Grafik und eine einzigartige, unheimliche Atmosphäre. Es war so besonders, weil es eine ganz neue Herangehensweise an das Storytelling vollzog. Anstatt auf herkömmliche Zwischensequenzen zu setzen, erzählte das Spiel die Geschichte aus der Ich-Perspektive des Spielers. Half-Life führte auch die Möglichkeit von Mods (Modifikationen) ein, die es Spielern ermöglichten, das Spiel nach ihren eigenen Vorstellungen anzupassen. Dies führte zur Entstehung von Klassikern wie Counter-Strike (2000, PC), das ich auf LAN-Parties eher selten gespielt habe. Mich hat es schnell genervt, nach dem eigenen Ableben immer bis zum Ende einer Runde warten zu müssen, bis man wieder mitspielen durfte. Aufgrund fehlender Bots konnte man Counter-Strike auch nicht gut alleine spielen und sich selbst für die nächste LAN-Party trainieren.

Auf LAN-Parties spielte ich viel lieber das actionlastigere Unreal Tournament (1999, 2000 in Deutschland indiziert, PC). Die Möglichkeit mit oder gegen intelligente(n) Bots zu spielen war einfach klasse. Dem folgten Return to Castle Wolfenstein (2001, PC) und Aliens versus Predator 2 (2002, PC). UT und RTCW wurden erst 2002 indiziert. AvP2 wurde in gekürzter Fassung in Deutschland nicht indiziert.

Das ebenfalls 2002 erschienene Battlefield 1942 (PC), bei dem man neben Fahrzeugen auch Flugzeuge benutzen konnte, war auch sehr willkommen bei jeder LAN Party. Mit bis zu 64 Spielern (oder Computergegnern) gleichzeitig wurden gehörige Schlachten ausgetragen. (Die deutsche Fassung wurde nicht indiziert, sondern war "ab 16" verfügbar.)

Neben Unreal Tournament 2004 (in Deutschland mit einer entschärften Version, um einer Indizierung zu entgehen, PC) ist 2004 noch Far Cry (aufgrund der "Ragdoll-Effekte" 2004 indiziert, PC) hervorzuheben, das vor allem durch seine sehr ansehnliche Grafik und seinen ersten Schritten in Richtung "Open World" aufgefallen ist. Den "Open World" Ansatz hat die S.T.A.L.K.E.R-Reihe mit S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl (2007, PC), S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky (2008, PC) und S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat (2009, PC) weiter verfolgt und sie alle waren auch aufgrund ihrer realistischen Bild- und Ton-Atmosphäre rund um das Atomkraftwerk "Tschernobyl" zurecht hoch gelobte Spiele.

Nachdem Crysis (2007, PC) auf meinem Rechner eher schlecht lief, wurde es aus meiner Sicht um das Thema Ego-Shooter eher ruhig. Erst mit der neuen Version von Doom (2016, PC) hat es mich wieder gepackt. Der Nachfolger Doom Eternal (2020, PC) ist aus meiner Sicht eher ein nerviges Jump'n'Run geworden und findet hier keine Würdigung.

Fazit: Die frühen Ego-Shooter hatten es in Deutschland besonders schwer, aber ich möchte behaupten, dass aus den Kindern der 1980er und Jugendlichen der 1990er Jahre trotzdem etwas geworden ist, auch wenn die Shooter gerade in Deutschland zu den vielen unsäglichen "Killerspiel"-Debatten führten. Mittlerweile sind die meisten Ego-Shooter nicht mehr indiziert, was neben einer 25-jährigen Indizierungsfrist auch daran liegen könnte, dass die aus damaliger Sicht "gewaltverherrlichenden Darstellungen" heutzutage aufgrund ihrer Pixelhaftigkeit eher zu einem müden Lächeln führen. Als der Ego-Shooter Crysis 2 (2011, PC) im Jahr 2012 zum besten deutschen Computerspiel gekürt wurde, konnte die Killerspiel-Debatte endgültig begraben werden. Der Shooter "Fortnite" wurde im Jahr 2019 überraschenderweise "ab 12 Jahren" freigegeben:

"Durch die grafische Darstellung und die verfremdenden Elemente ist das Geschehen schon für 12-jährige Spieler*innen jederzeit als Fiktion zu rahmen. […] Die zurückhaltende symbolhafte Treffervisualisierung ohne die Darstellung von Verletzungen setzt 12-Jährige nicht mehr dem Risiko einer Entwicklungsbeeinträchtigung aus, [...], es gibt keine schockierenden Elemente." (Quelle: usk.de, 2019)

Setzt man das in Relation zu den Spieleindizierungen der 80er und 90er Jahre, so könnte man glauben, die Jugendlichen von damals hätten alles für bare Münze genommen und wären nicht in der Lage gewesen selbstständig zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Rückblickend betrachtet sind die Killerspiel-Debatten also mehr als scheinheilig.
Insofern bin ich dankbar, dass ich dieses Genre praktisch von Anfang an begleiten durfte.

3. Arcade & Spieleautomaten

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Bild: Youtube@Joe's Classic Video Games / Midway

"FINISH HIM!" (Mortal Kombat)

Arcade-Spiele haben einen besonderen Platz in meinem Herzen. Das liegt nicht nur daran, dass mir diese Art von Spielen die ein oder andere DM (Deutsche Mark) oder £ (Britische Pfund) aus meinen Hosentaschen "gezaubert" haben, sondern auch da sie mit Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit verbunden sind, in der Flipper- oder Spieleautomaten in nahezu jeder Gastwirtschaft standen. Das Arcade-Spiel mit den lebhaftesten Erinnerungen ist Ghost'n'Goblins (1985), von dem ein Automat beim örtlichen Italiener aufgestellt war. Während die Erwachsenen nach dem Essen ewig quatschten, vertrieb man sich als Knirps eben die Zeit am Gerät. Selbstredend war das Spiel bockschwer und wie so ziemlich alle Spieleautomaten darauf ausgelegt, dass der Spieler möglichst viele Münzen darin "versenkt".
Ich erinnere mich auch noch lebhaft an frühe Atari-Spielhallenhits der 1980er Jahre wie Pac-Man (1980), Defender (1981), Pole Position (1982), Zaxxon (1982) und an spätere Titel wie Mortal Kombat (1992), Virtua Fighter (1993), Daytona USA (1994), Virtua Cop (1994) und Terminator 2: Judgment Day (1991). Die meisten dieser Arcade-Titel fanden früher oder später auch den Weg auf den heimischen C64 oder PC.

In Deutschland wurden in "echten" Spielhallen neben Spieleautomaten in der Regel auch Glücksspielautomaten aufgestellt. Somit hatte man als Minderjähriger keinen Zutritt und keine Möglichkeit dort zu "flippern" oder die Spieleautomaten zu benutzen. In diese verrauchten schmuddeligen Glückspielhöllen wollte man als Jugendlicher ohnehin nicht freiwillig rein.
Umso erstaunter war ich, als ich feststellte, dass dieses Prinzip in England sehr viel liberaler gehandhabt wurde als in Deutschland. Im Rahmen eines Ferien-Sprachkurses 1994 in ''Brighton" (East Sussex) bekamen wir von unserer Gastfamilie den Tipp, doch mal einen Abstecher ins "Brighton Palace Pier" zu machen. Dieses Pier gibt es heute noch und vereint eine Art Vergnügungspark + Spielhalle in einem. Da dieser Vergnügungspark für Kinder und Jugendliche ausgerichtet war, wurde auf echte Glücksspielautomaten verzichtet.

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Bild: Palace Pier in Brighton (Wikipedia User:Diliff) - große Auflösung (13MB)

Aus der bayerischen Provinz kommend war eine Art ganzjähriges Dauervolksfest (Kirmes) für uns etwas völlig Neues. Und die Möglichkeit, dass man dort als Jugendlicher seine Zeit ohne Aufsicht und ohne Einschränkungen verbringen konnte, war schon sehr beeindruckend. Besonders beliebt waren die sogenannten "Münzschieber" oder "Penny Pusher". Die einzig limitierenden Faktoren waren die Öffnungszeiten und die zur Neige gehenden Pfund & Penny Münzen. Hierzulande sind diese Automaten hauptsächlich durch Mr. Bean bekannt geworden.

 

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Bild: Dune 2 Bewertung in der PC Games 03/93

4. Echtzeitstrategie

"He who commands the future conquers the past." (Kane aus C&C Alarmstufe Rot)

Ein großer Teil der eigenen Lebenszeit geht sicherlich für mein absolutes Lieblingsgenre "Echtzeitstrategie" drauf.

Angefangen hat alles mit Dune II (1993, PC). Bis dahin kannte ich nur den Film "Der Wüstenplanet" (1984) von David Lynch und das PC-Adventure von Cryo: Dune (1992). Aber bis ich auch den ersten Teil der Dune-Serie von Frank Herbert gelesen hatte, sollte es noch bis 1998 dauern. Keine Ahnung warum, aber dieses SciFi Setting hat mich schon immer fasziniert.
Nach den ersten Tests in verschiedenen PC-Spielemagazinen zeichnete sich Anfang 1993 schon ab, dass Dune II von Westwood ein unkonventionelles und gutes Spiel sein würde.
So legte unsere damalige Jungs-Clique ca. 120 DM zusammen, um unserem Klassenkameraden "Hans" zum 13. Geburtstag Dune II zu schenken. Da ahnte ich noch nicht, welche weitreichenden Folgen das für mich haben würde.
Dune II war mein erstes und einziges Spiel, das ich so intensiv gespielt habe, dass sogar meine serielle Microsoft Kugelmaus wegen vorzeitigem Verschleiß das Zeitliche segnete. Wer Dune II gespielt hat, weiß warum und wie viel Strecke und Klicks eine Maus zurücklegen muss, bis alle Kampfeinheiten da hin dirigiert wurden, wo man sie haben wollte.
2021 hat der Spieleredakteur Heinrich Lenhard im Nerdwelten-Podcast (Folge 104) angemerkt, dass seine Dune II Wertung in der PC Player 02/1993 mit lediglich 79/100 Punkten sehr streng war und aus seiner Sicht für den heutigen Klassiker eine Wertung "Anfang bis Mitte 80 [...] sicher ok gewesen [wäre]" (Interview @58:07min).

Weiter ging es mit Titeln wie WarCraft II: Tides of Darkness (1995, PC) und dann natürlich mit Command & Conquer - Der Tiberiumkonflikt (1995, PC) aka C&C1, sowie Command & Conquer - Alarmstufe Rot (1996, PC), auch C&C2  genannt. Command & Conquer und seine Ableger sind bis heute noch sehr gut spielbar und dank der "Command & Conquer Remastered Edition" ist das auch über 25 Jahre später auf aktuellen PC-Systemen noch problemlos möglich.
Aus Jugendschutzgründen wurden die Soldateneinheiten von C&C1 und C&C2 in der deutschen Fassung durch "Cyborgs" bzw. "Androiden" ersetzt, so dass bei deren Ableben nur Blechdosengeräusche zu hören waren und kein rotes Blut spritzte, sondern in schwarzes Schmieröl umgedeutet wurde. Darüber hinaus wurden noch einige "zu brutale" Videosequenzen herausgeschnitten. Mich persönlich hat das seinerzeit nie gestört, aber in der Retrospektive ist diese Anpassung rein für den deutschen Markt natürlich lächerlich. Die deutschen Versionen sind auch die einzige Versionen weltweit, die dahingehend eingeschränkt wurden.

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Bild: Star Trek TNG und Alarmstufe Rot / Reddit.com

Die Command & Conquer Reihe bestach vor allem durch ihren tollen Soundtrack, die aufwändig produzierten Full Motion Videobriefings vor jeder Mission und der Story mit seinem berüchtigten Bösewicht namens "Kane", der sich gleich durch alle Teile durchzog. Außerdem muss man nicht der totale Stratege sein oder sich in "Micromanagement" verlieren, um ans Ziel zu kommen. C&C macht einfach Spaß und Westwood hat es außerdem verstanden, mit Command & Conquer eine erfolgreiche Marke zu schaffen.
Trotzdem wurde auf Kleinigkeiten wert gelegt: Wenn man im letzten Level der GDI den Tempel von Nod mit der Ionen-Kanone zerstört, erhält man eine komplett andere Video-Endsequenz. Unvergessen sind auch die Dinosauriermissionen der C&C1 Zusatz-CD "Der Ausnahmezustand", die man mit der DOS Kommandozeile "c&c.exe -funpark" starten konnte. Die Ameisenmissionen in C&C2 konnte man erreichen, wenn man den Morsecode aus der ersten Zusatz-CD "Gegenangriff" entschlüsselte und den Anweisungen folgte:

HALTEN SIE DIE LINKE SHIFT TASTE GEDRUECKT UND KLICKEN SIE AUF DEN RUNDEN LAUTSPRECHER

Alle diese Titel aus der Mitte der 90er Jahre liefen noch wunderbar auf meinem Intel 468 DX2-66, aber gleichzeitig war dieser PC auch die Grenze: Spiele die einen Pentium voraussetzten, waren für mich unerreichbar wie z.B. Age of Empires (1997, PC), Z (1996, PC), KKND (1996, PC) oder StarCraft (1998, PC).
Dungeon Keeper (1997, PC) würde ich hier auch noch zu den herausragenden Echtzeitstrategietiteln zählen, aber da es mit meinem 486er ebenfalls nicht spielbar war, konnte ich diesen Titel erst mit Verspätung im Jahr 1998 nachholen.

Den Hype um Command & Conquer: Tiberian Sun (27. August 1999, PC) konnte ich leider nicht wirklich miterleben, da ich 5 Tage nach dem deutschen Releasedatum meinem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr antrat und während der intensiven Grundausbildung einige Wochen gut beschäftigt war. Die Wochenenden zu Hause waren zu dieser Zeit "heilig" und wurden nicht mit PC-Spielen "verschwendet".

Erst 2007 ging es dann weiter mit Command & Conquer 3: Tiberium Wars (PC). In Deutschland gibt es noch die Sammleredition "Kane Edition", die mit einer "ab 18" Altersfreigabe und einer zusätzlichen Bonus-Disk glänzt. In dieser Version wurden die marginalen Veränderungen zum Jugendschutz nicht durchgeführt.

Fun Fact: Für WarCraft II habe ich einige selbst erstellte Level an die Zeitschrift "PC Games" nach Nürnberg mit der Hoffnung geschickt, dass diese vielleicht auf einer Heft-CD veröffentlicht werden. Tatsächlich wurden sie mit der PC Games 04/1999 veröffentlicht (Download). Allerdings wurde ein politisch zwischenmenschlich angehauchtes Level gestrichen, das 1998/1999 "in aller Munde" war und einem Staatsoberhaupt wegen Meineides beinahe seinen Job gekostet hätte. (Dieses Level kann auf Nachfrage gerne zur Verfügung gestellt werden.)

Erwähnt werden muss in dieser Rubrik noch ein tolles Echtzeit-Taktikspiel namens Commandos: Hinter feindlichen Linien (1998, PC) sowie sein zugehörige Add-on Commandos: Im Auftrag der Ehre (1999, PC), die beide aufgrund ihres geschichtlichen Bezugs in deutschen Version "entschäft" und in der englischen Fassung im Juni 1999 direkt indiziert & beschlagnahmt wurden. Klar war es damit für die jugendlichen Spieler automatisch ein Prädikat, sich den Titel doch bitte genauer anzusehen. Damit man in der deutschen Version zumindest wieder Blut sehen konnte, musste lediglich die Konfigurationsdatei "Commando.cfg" angepasst werden.

 

5. Rundenstrategie

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Bild: Oberster Rat in Civilization 2 / MicroProse

"Das muss unser Anführer entscheiden!" (Oberster Rat in Civilization II)

Eng verwandt mit der Echtzeitstrategie, aber doch etwas entschleunigt, sind Rundenstrategiespiele oder auch die 4X Spiele (explore, expand, exploit, exterminate). In dieses Genre fallen Titel wie Civilization (1991, PC) und mit SVGA Grafik das sehr populäre Civilization II (1996, PC), auch "Civ2" genannt. Letzteres hatte den Charme, dass der Soundtrack direkt von der Audio-CD abgespielt werden konnte. Wenn man davon genug hatte, konnte man auch jede andere Musik-CD einlegen und dazu weiterspielen. Ich weiß nicht warum, aber in meinem Fall war das immer der Soundtrack von Werner - Beinhart (hier die Youtube-Playlist für die ganz Mutigen). Es hatte möglicherweise mit der Film VHS-Kassette zu tun, die ich damals bekommen hatte. Ein nettes Feature in Civ2 waren die kleinen Videos, in denen der "Oberste Rat" oft darüber stritt, welche Ziele aktuell verfolgt werden sollten.

Nuclear War (1989, Amiga) habe ich zwar nur einmal auf einem Amiga 500(?) bei meinem Großcousin "Marco" gespielt, aber ich war schockiert und begeistert zugleich von dem schwarzen Humor und dem Zynismus des Spiels, das so unschuldig comichaft daherkam.

Ein weiteres sehr tolles Rundenstrategiespiel ist Master of Orion II: Battle of Antares (1996, PC), wobei mir der Runden-Raumschiffkampf immer etwas zu kleinteilig war und ich diese Partien gerne vom Computer berechnen lies.

Als moderner 4X Vertreter kam 2012 noch das sehr kurzweilige XCOM: Enemy Unknown (PC) dazu.

 

6. Action

"Here Kitty Kitty" (Wenn der Hund dich bei Alley Cat erwischt)

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Bild: Danger Freak / Rainbow Arts

Nahezu alle meine Lieblings-Actionspiele stammen aus der C64-Zeit, da die Spielprinzipien sowie die Anforderungen an Grafik und Komplexität im Durchschnitt eher flach gehalten wurden. Genau das richtige Genre für ein Kind der 1980er Jahre. Eines meiner ersten Spiele war Beach Head (1983, indiziert 1985, C64), das ich neben Kid Grid (1982, C64), Ski (1983, C64) und Wizard of Wor (1981, C64) sehr gerne auf dem C64 gespielt habe. Ein weiterer sehr früh gespielter Titel namens Megahawk (1984, C64) mit seiner "psychedelischen" Aufmachung war trotz repetitiver Spielweise irgendwie fesselnd.

Später kamen noch Titel wie Fort Apocalypse (1982, C64), Lazy Jones (1984, C64), Ghostbusters (1984, C64), SeaFox (1982, indiziert 1985, C64), River Raid (1984, indiziert 1984, C64), Barbarian (1987, indiziert 1987, C64), Commando (1985, indiziert 1987, C64), Rambo: First Blood Part II (1985, indiziert 1986, C64), Green Beret (1985, indiziert 1988, C64), Flyerfox (1984, indiziert 1987, C64) dazu. Man erkennt wie bei den Ego-Shootern einen frühen Trend der Indizierung von Action Computerspielen in Deutschland. (Warum der eher tumbe Titel Flyerfox indiziert wurde, erschließt sich mir bis heute nicht.)

Selbstverständlich wurden in diesen Jahren etliche DB9-Joysticks verschiedener Modelle (QuickShot II, QuickJoy II, QuickJoy III Supercharger, QuickJoy Jetfighter) verschlissen.

Ein weiterer gern gespielter Titel neben Bug Bomber (1992, C64) und Rampage (1987, C64) war Danger Freak (1988, C64). Dieser wurden wie bereits andere C64-Spielesammlungen zuvor auch aus dem jeweils aktuellen Quelle Katalog bestellt. Neben der tollen Grafik bestach Danger Freak auch mit seinem großartigen Soundtrack von Chris Hülsbeck. Der Programmierer Hans Ippisch hat sein Geburtsdatum (17.04.1970) darin als "Unverwundbarkeits-Cheat" verewigt.

Fun Fact 1:
Hans Ippisch hatte zuvor mit Soldier (1986, C64) als 16-jähriger ein Spiel herausgebracht, das kurze Zeit später als "erstes Spiel aus Deutschland" indiziert wurde. Dadurch hätte er als Minderjähriger sein eigenes Spiel nicht mehr im Laden kaufen dürfen. Er machte auch keinen Hehl daraus, was er von der Einstufung seines Spiels als "sozialethisch desorientierend" hielt.

Fun Fact 2:
Auf der Verkaufsverpackung von Danger Freak war der ausgestreckte Mittelfinger nicht zu sehen. Hier hielt sich der Stuntman brav mit der ganzen Hand an der Leiter fest. Erst im Titelbild des geladenen Spiels am C64 zeigte sich der Mittelfinger.

Alley-Cat
Bild: Alley Cat Intro / IBM, Sunsoft

Mein erstes Actionspiel um 1989 auf einem PC war Alley Cat (1984, PC). Das Gepiepse der PC-Speaker Musik hat sich tief in meine Synapsen eingebrannt. Ein weiterer Genresvertreter war der eher unbekannte Shareware-Titel Jumpjet (1990, PC) bei dem man ähnlich wie bei Defender andere Flugzeuge abschießen konnte.

xwing-boxes-klein
Bild: X-Wing Big Box Sammlung / Klick zum Vergrößern

Weltraumaction wie X-Wing (1993, PC), Tie Fighter (1994, PC), Wing Commander: Privateer (1993, PC) oder Wing Commander III (1994, PC) fand ich nicht nur wegen der Weltraumkulisse, sondern allein schon wegen des Soundtracks herausragend. Nicht umsonst ist Privateer laut der Spielezeitschrift GameStar (12/99) auch auf Platz #59 im Ranking der "100 wichtigsten PC-Spiele des Jahrzehnts".

Fun Fact 3: 1993 gab es von X-Wing zunächst nur die englische Diskettenversion mit einer Kopierschutzabfrage über das Handbuch. Selbstredend war das Spiel im Freundeskreis trotz rudimentärer Englischkenntnisse sehr populär und mit dem Kopierer an der Schule konnte man für 10 Pfennig eine DIN A4 Seite kopieren. Somit war man 90 Pfennig später zwar ohne Pausenbrot, aber dafür in Besitz des englischsprachigen Handbuchs.
Und ja ich habe für diese Frevelei Läuterung erfahren:

tie-fighter
Bild: Tie Fighter / giphy.com

LucasArts setzte bei der Musikausgabe auf das situationsanpassende "iMuse" und Origin direkt auf "General Midi". Vor allem die sehr gut klingenden Instrumente von General Midi hatten es mir angetan. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich für meine "Soundblaster 16" ISA-Soundkarte unbedingt ein sogenanntes Wavetable Daughterboard haben. Diese gab es von namhaften Herstellern wie Roland, Yamaha oder Korg. Leider waren und sind diese Boards nach wie vor sündhaft teuer, weshalb es viele Jahre dauerte, bis ich endlich das für mich perfekte Board gefunden hatte: den Dreamblaster X2GS (der unter anderem eine von Roland lizenzierte Soundbank mitbringt, was ihn für DOS Spiele perfekt macht).

Fun Fact 4: Bei Tie Fighter trat bei meinem SoundBlaster 16 oft das Phänomen auf, dass während des Spielens eine Musiknote beim Abspielen der Midi-Musik zu "hängen" schien und diese eine Note dauerhaft abgespielt wurde. Das war furchtbar nervig und ich habe erst viele Jahre später herausgefunden, dass dieser "Hanging Note Bug" ein bekanntes Problem von SoundBlaster-Karten jener Zeit war.

 

7. Adventures

maniac-mansion
Bild: Maniac Mansion Intro / giphy.com

"Ich hätte dich ans Bett fesseln sollen!" (Edna in Maniac Mansion)

Eigentlich liebe ich Adventure-Spiele, aber die meisten meiner Favoriten stammen aus einem verhältnismäßig überschaubaren Zeitraum von Anfang bis Mitte der 1990er Jahre. Die frühen Textadventures für dem C64 waren mir zu abstrakt. Somit wurde ich zwangsläufig ein großer Fan der Point & Click Adventures von "LucasArts" bzw. "Lucasfilm Games".
Mein allererstes Adventure war Maniac Mansion (1987) in der englischen Fassung auf dem C64, welches ich zum ersten Mal um 1993 gespielt habe. Aufgrund noch rudimentärer Englischkenntnisse musste ich mit einem Englisch-Deutsch Wörterbuch durch die Villa ziehen und versuchen, das purpur Tentakel der "Meteor Police" ausliefern. Das war gar nicht so einfach, da das Spiel bis zu 5 verschiedene Enden haben kann. Glücklicherweise flammte durch die Veröffentlichung von The Day of the Tentacle (1993, PC) Maniac Mansion ebenfalls noch einmal auf, da es als Spiel im Spiel in "Day of the Tentacle" enthalten war. Durch dieses Revival wurde in der Spielezeitschrift PC Player 11/93 eine Komplettlösung von Maniac Mansion abgedruckt, die selbstredend auch für den C64 funktionierte.

Zu weiteren Vertretern der Point & Click Adventures gehören selbstredend noch Titel wie The Secret of Monkey Island (1990, PC), Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge (1991, PC), Indiana Jones 4 - Fate of Atlantis (1992, PC), Sam & Max - Hit the Road (1994, PC) und Star Trek - 25th Anniversary (1992, PC), die mittlerweile allesamt zu Klassikern des Adventure Genres zählen. Letzteres spielte ich immer bei meinem Kumpel "Hans", der eigentlich nur moderater Trekkie aber totaler Star Wars Fan war.

Neue Adventure-Spiele scheinen mir aus irgendeinem Grund nicht mehr zu gefallen bzw. strahlen für mich nicht mehr die Faszination aus, wie die Spiele aus den frühen 1990er Jahren.

Ausnahme: Das "modernere" Thimbleweed Park (2017, PC) von Ron Gilbert wurde absichtlich im Look & Feel der 1990er Jahre Point & Click Adventures konzipiert und spielte sich auch so. Ein tolles (Nicht-)Retro-Adventure.

 

8. Jump'n'Run

"Swim, swim, hungry." (Commander Keen 4 Handbuch über Dopefish)

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Bild: Keen 4 (Easter Egg)

Jump 'n' Run Spiele auf dem PC waren meine große Leidenschaft in den frühen 90ern und einige meiner besten Erinnerungen hängen daran. Angefangen hat alles mit den kleinen Büchern "Shareberts Software Hits" auf denen damals Sharewareversionen oft schon bekannter Spiele vertrieben wurden. Für 19,80 DM stand einem damit die Welt offen! Auf den beiliegenden 5,25'' Disketten waren Titeln wie Commander Keen: Marooned on Mars (1990), Commander Keen IV: Goodbye Galaxy (1991, PC), Cosmos Cosmic Adventure (1992, PC), Jill of the Jungle (1992, PC) oder auch das Werbespiel Avoid the Noid (1989, PC) von einer in Deutschland völlig unbekannten Pizzamarke enthalten.
Apropos Werbespiele: diese wurden natürlich auch gratis unter die Leute gebracht. Davon haben mich allerdings nur Stoppt den Calippo Fresser (1992, C64) und Tricky Quiky Games: Die Suche nach den verschollenen Seiten II (1995, PC) erreicht.

Wie man an dieser Webseite unschwer erkennen kann, hat vor allem Commander Keen einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Die käuflichen Vollversionen von Commander Keen waren von Deutschland aus gesehen für mich schwer erreichbar, da man sie in den USA nur mit Kreditkarte oder Barscheck bestellen konnte. Die Idee an eine fremde Firma in den USA Geld zu schicken, dürfte damals bei den meisten Eltern auf taube Ohren gestoßen sein. Schließlich gab es bei dieser frühen Form des "Onlineshoppings" keine Garantie, dass nach wochenlanger Versandzeit und zusätzlichen Zoll- und Zustellungsgebühren überhaupt etwas im Briefkasten landete.

Da mir auf dem C64 The Great Giana Sisters (1987) nie untergekommen sind, habe ich dort als "echtes" Jump'n'Run lediglich Wonder Boy (1987, C64) gespielt.

wonderboy
Bild: Wonder Boy (C64) / c64screenshots.com / Klick zum Vergrößern

Konsolenwelt: Einige Jump'n'Run Spiele habe ich hauptsächlich nur bei Freunden gespielt, da meine Eltern reinen Spielekonsolen nichts abgewinnen konnten. Somit war ich selbst auch nie im Besitz irgendeiner(!) Konsole (kein GameBoy, kein NES, kein Mega Drive, usw.) und habe auch bis heute keine Ahnung was Nintendo-Spiele angeht. Klar hat man mal auf einem GameBoy eines Freundes Super Mario Land (1990) ausprobiert, aber da der PC zu Hause so viel mehr konnte, habe ich Konsolen bis heute nie echtes Interesse entgegengebracht. Das bedeutete aber nicht, dass man auf den Konsolen keinen Spaß haben konnte.
Mit dem Sega Mega Drive meines Freundes "David" wurden bis spät in die Nacht Titel gespielt wie Cool Spot (1993, Mega Drive), Aladdin (1993, Mega Drive), Earthworm Jim (1994, Mega Drive) und natürlich die Sonic the Hedgehog-Reihe (ab 1991, Mega Drive). Selbstredend haben wir nicht nur Jump'n'Run Spiele gespielt, sondern auch Mortal Kombat (1993, Mega Drive), Mortal Kombat II (1994, Mega Drive) oder Ecco the Dolphin (1992, Mega Drive).

Chuck Rock (1991, Amiga) war ein weiteres Spiel, dass ich auf dem Amiga bei meinem Großcousin spielte. Ich kann mich immer noch gut daran erinnern, wie ich mich kaputt gelacht habe, dass die Spielfigur mit seinem Bauch andere Spielfiguren wegbugsieren konnte. Leider ist dieses tolles Jump'n'Run nie für den PC erschienen.

 

9. Sport- und Rennspiele

"Stunts & The Beach Boys" (zugegeben, eine seltsame Mischung)

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Bild: Stunts "Skid Vicious" / Mindscape

Sport- und Rennspiele nutzen sich bei mir sehr schnell ab. Anfänglich ist es nett, einige Partien International Soccer (1983, C64) oder ein paar Runden mit Test Drive (1987, C64), Nascar Racing (1994, PC) oder The Need for Speed (1995, PC) zu drehen. Die festgelegten Strecken immer wieder ab zu fahren und dabei zu versuchen, die Gegner zu überholen oder von der Polizei zu fliehen, beschreiben auch schon das ganze Spielerlebnis. Ähnlich dröge empfinde ich auch Winter Games (1985, C64), Summer Games (1984, C64), Fifa International Soccer (1993, PC) und allgemein Golfspiele. Dann lieber raus und richtig schwitzen.

Ausnahmen:

  • Natürlich ist Stunts/4D Sports Driving (1990, PC) hier die größte Ausnahme, da es hier neben dem eigentlichen Rennen auch darum ging, ob man überhaupt die Ziellinie (vor allem bei selbst erstellten Strecken) unbeschadet erreichen konnte.
    Da Stunts während des Rennens keine Musikuntermalung, sondern nur Fahrgeräusche bot, war das Sounderlebnis etwas monoton. Glücklicherweise konnte man generell CD-ROM Laufwerke intern über ein Audiokabel mit der ISA-Soundkarte verbinden und somit die Musik von einer eingelegten CD über die PC-Lautsprecher ausgeben lassen. Aus irgendeinem Grund harmonierte Stunts und die CD von "The Beach Boys - 20 Golden Greats" ganz gut. (Fun Fact: die LP davon hielt sich Mitte der 70er Jahre ganze 86 Wochen in den UK-Albumcharts).

  • Dann gab es noch eine Reihe von Sport- und Rennspielen, die sich selbst nicht so ernst genommen haben und gerade deshalb sehr viel Spaß gemacht haben:
    • Destruction Derby (1995, PC) und als eine Art Reinkarnation Wreckfest (2018, PC): Wer macht nicht gerne Autos kaputt?
    • Karate Spiele wie International Karate (1985, C64), The Way of the Exploding Fist (1985, C64) oder Karate Champ (1984, C64).
    • Rocket Ball (1985, C64): Adaption aus dem Film "Rollerball", eine Art Basketball auf Rollschuhen und hartem Körperkontakt.
    • Micro Machines (1993, PC) ist eigentlich ein Fun-Racer mit dem man zwischen Cornflakes-Packungen, in der Badewanne oder einem Billardtisch fahren konnte.
    • Road Rash (1996, PC): Ein Motorradspiel bei dem man die Gegner durch Handgreiflichkeiten von der Strecke abbringen konnte.
    • Grand Theft Auto (1997, PC): Den ersten Teil dieser Serie würde ich hier noch unter Rennspiele packen, da man die meiste Zeit doch mit dem Auto unterwegs ist, um Aufträge zu erledigen.

 

10. Rollenspiele

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Bild: Ultima VIII: Pagan, Big Box Rückseite / Origin

"Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher!" (Goblin Schamane in Sacred)

Das einzige "Pen & Paper"-ähnliche Spiel, das ich "offline" gespielt habe, war das Brettspiel Hero Quest (1989). Das "Hochleveln" des eigenen Spielecharakters stand hier zwar noch nicht im Vordergrund, aber durch (teils selbst erstellte) Dungeons zu streifen und im Verbund mit anderen Mitspielern gegen Monster zu kämpfen war schon unterhaltsam. Mein Cousin "David" und ich schickten uns gegenseitig selbst erstellte Hero Quest Level per Post zu, damit der andere sie testen konnte.

Das erste mir bekannte Rollenspiel hatte mein Freund "Christoph" in einem Computerladen in Freising gekauft: Conan The Cimmerian (1991, PC). Nach einer gefühlt ewig dauernden Busfahrt zurück in unseren Wohnort starrten wir bei ihm zu Hause gebannt auf den Bildschirm während das Intro lief, um anschließend mit Conan die Stadt "Shadizar" zu erkunden.

Nach einer längeren Rollenspiel "Durststrecke" hat mich Ultima VIII: Pagan (1994, PC) sofort begeistert. Das Spiel kam in den Spieletests gut an, wurde allerdings von vielen langjährigen Ultima-Fans abgelehnt. (Ein späterer Patch half, das sehr frustrierende und zurecht kritisierte Jump'n'Run-ähnliche Springen auf Plattformen zu beheben.) Der Übergang von einem klassischen RPG Spiel zu einen ARPG-Spiel war bei Ultima 8 fließend, da es bereits entscheidende Merkmale eines ARPG aufwies, wie z.B. Echtzeitelemente. Dass ich damit anscheinend einer der wenigen Fürsprecher bin, die diesen Teil der Ultima Serie sehr mochten, stört mich nicht im Geringsten. Obwohl ich es nie durchgespielt habe, fand ich die Welt von Ultima VIII sehr atmosphärisch und habe mich hier stundenlang verloren.

Mit Diablo (1997, PC) und Diablo II (2000, PC) standen auch schon die nächsten heiß ersehnten Kandidaten in Sachen Dungeon Crawler an. Diablo fiel in die Zeit von Blizzards aufkommender Onlineplattform "Battle.net". Also machten wir ("Christoph" und ich) uns mit dem Modem auf den Online-Weg und versuchten in Multiplayerpartien mit anderen Mitstreitern dem "Butcher" Herr zu werden. Zu Anfangs hatte das "Battle.net" allerdings arg mit Cheatern zu kämpfen, die mit Tricks andere Spieler mit einem Schlag töteten und deren Beute abluchsten. So auch von uns. So machte das natürlich keinen Spaß und wir spielten lieber offline weiter. (Wie ich hörte, wurde das mit Diablo 3 nicht besser.)

Das 2004 erschienene Sacred (PC) hat mich ebenfalls lange begleitet. Mir hat es damals auch sehr imponiert, dass das deutsche Entwicklerstudio "Ascaron" für die Stimmen der Charaktere sehr prominente deutsche Synchronsprecher engagiert hatte, u.a.:

Fun Fact zu Sacred: Es scheint als wären die deutschen Stimmen der Goblins in der englischen Fassung so beibehalten worden. So verstanden die Spieler ohne Deutschkenntnisse das deutsche Goblin-Kauderwelsch nicht und hatten somit auch keine Ahnung, dass die Sprüche eigentlich in deutscher Sprache waren und nicht in "Goblin Sprache".

"Schlagt ihm den Kopf ab, ich brauch nen neuen Aschenbecher" (Goblin Schamane in Sacred)

Die beiden Spiele Torchlight I + II (2009/2012, PC) haben mich ebenfalls gut unterhalten und sollten eigentlich die Wartezeit für das nächste Diablo 3 (2012, PC) überbrücken, das ich aber "Dank" abschreckendem Onlinezwang und einem angekündigten Echtgeld-Auktionshaus tatsächlich nie gespielt habe.

11. Simulationen und Aufbauspiele

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Bild: Siedler 2 Werbung / PC Player 05 1996

"Sehen - Siedeln - Siegen" (Klappentext Siedler II)

Mit reinen (Flug-, U-Boot-, Hubschrauber-, usw.) Simulationen kann ich wenig bis sehr wenig anfangen. Dazu zählen auch Wirtschaftssimulationen wie Patrizier (1992, PC), Hanse (1986, C64), Oil Imperium (1989, C64) oder die Anno-Serie (ab 1998, PC). Ich weiß nicht warum, aber Spiele mit kiloschweren Handbüchern, wie Falcon 4.0 (1998, PC) und gefühlt tausenden Tastaturbefehlen scheinen für mich keinen Entspannungswert zu haben. Das Gleiche gilt für Managerspiele wie Fußballmanager, wie Bundesliga Manager (1989, PC) oder Anstoss (1994, DOS). Vielleicht lag es wie bei LHX (1990, PC) auch einfach daran, dass das Handbuch fehlte und der Spielspaß nicht gleichermaßen abgehoben hat, wie der Helikopter.

Vielleicht ist aber auch das Fehlen eines wirklichen Endziels eine mögliche Ursache warum das Genre mich nicht so packt(e) oder die bloße Tatsache, dass in meinem Freundeskreis auch niemand diese Spiele gespielt hat?
Waren wir für komplexe Simulationen noch zu jung oder schreckte uns zu viel "Realismus" ab?
Die Welt da draußen war für einen Teenager schließlich "Realismus pur", da wollte man sich nicht auch noch mit möglichst global florierenden Wirtschaftsimperien oder komplizierten Steuerungen auseinandersetzen müssen.

Aber auch hier keine Regel ohne Ausnahme(n):

  • Aufbausimulationen oder Aufbauspiele wie Die Siedler II - Veni, Vidi, Vici (1996, PC), Theme Park (1994, PC), Sim City (1989, PC) oder Sim City 2000 (2000, PC) habe ich sehr gerne gespielt.
  • Flipper-Simulationen wie Epic Pinball - Android (1993, PC) faszinierten durch das ungewöhnliche Setting und die Tatsache, dass man endlich "flippern" konnte ohne ständig Geld in einen Automaten werfen zu müssen.

Fun Fact: Den Flipper "Android" hatte ich lange Zeit als "voll spielbare Version", da er auf der Coverdiskette der Zeitschrift PC Games (01/1994) enthalten war. Gleichzeitig war es die erste "PC Games"-Ausgabe überhaupt, die ich mir gekauft habe. Wahrscheinlich lag es nicht nur an der Coverdisk, sondern auch am Zeitschriftencover selbst, das "Captain Kirk, Scotty und Uhura" zeigte. Der Abstecher zur "PC Games" war allerdings eher selten, da ich von PowerPlay kommend eher ein Stammleser der als "seriöser" geltenden PC Player und später der GameStar war.

Aber was die Leute zu den neueren Simulationen wie dem Bus Simulator (2008) oder dem PC Building Simulator (2018) treibt, ist mir schleierhaft. Jahrelange Busfahrten zur Schule haben mich für alle Zeit von Bussimulationen kuriert und PC-Systeme habe ich in meinem Leben weiß Gott genug zusammengezimmert: das Erlebnis muss also auch nicht mehr simuliert werden.

 

12. Logik-, Denk- und Wissensspiele

"Feuer druecken zum Schmeissen" (Aufforderung in Trivial Pursuit "Genus Edition" am C64, um ein Wissensgebiet zufällig per Dartwurf auszuwählen)

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Bild: Lemmings / giphy.com

Hier fallen mir spontan Lemmings (1991, PC) und The Lost Vikings (1993, PC) ein, die ich aber nie zu Ende gespielt habe. Ein netter Zeitvertreib, aber keines meiner Lieblingsgenres. Neben Archon (1983, C64) passt Battle Chess (1988, PC) als ein weiteres meiner ersten PC Spiele wahrscheinlich ganz gut in diese Kategorie, auch wenn ich die Schachzüge eher so gespielt habe, um möglichst alle Kampfkombinationen der einzelnen Figuren zu sehen. Ein weiteres Kuriosum war noch Perestroika (DOS, 1990) bei dem man als Frosch von Seerose zu Seerose hüpft und dabei kleine Kugeln einsammeln muss.

Spontan fällt mich noch Goblins 3 (1993, DOS) ein, von dem ich allerdings nur die Demoversion (vom PC Player Sonderheft CD-Player 01/1994) kurz angespielt habe. Hervorzugeben waren besonders die knuffige Grafik und der (meines Erachtens) hohe Schwierigkeitsgrad. Manche betrachten die Serie als Adventurespiele, aber da es keinen wirklichen Handlungsstrang gibt, empfinde ich sie eher als Puzzlespiele. Heinrich Lenhardt findet dazu in der PC Player 01/1994 bei der Wertung 67/100 deutliche Worte:

"Die Rätsel in Goblins 3 sind so dämlich, dass der Spielspaß ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen wird."

Das erste Windows 3.0 Spiel war neben dem bekannten Solitär (1990, PC) das sehr herausfordernde Reversi (1990, PC). Absolut gelangweilt hat mich hingegen Minesweeper (1991, PC) das ab Windows 3.1 beilag.

Hervorzuheben ist vielleicht noch egal ob man damals einen GameBoy besaß oder nicht, dass wir als Schulkinder der 90er Tetris (1989, Gameboy) "gesuchtet" haben. Eine Tetris-Adaption namens Baku Baku Animal (1995, Mega Drive) habe ich erst sehr spät (2005) entdeckt und fand das Spielprinzip, sich gegenseitig die gelösten Gemüseblöcke zuzuschieben vor allem im Zweispielermodus sehr unterhaltsam.

Wissensspiele wie Trivial Pursuit Genus Edition (1986, C64) und die You Don't Know Jack Reihe (1998-2003, PC) haben sich auch am Besten gespielt, wenn man mindestens zu zweit war.

 

13. Fazit

Rückblickend betrachtet habe ich echt eine Menge verschiedener Spiele gespielt. Natürlich ist die obige Auflistung nicht vollständig, aber ich habe sicherlich einen sehr eigenen bzw. individuellen Spielegeschmack. Auf jeden Fall mag ich actionreiche und strategische Kost, die man alleine oder im Multiplayermodus spielen kann, ebenso wie Shooter, Arcade-, Flipper- und Rollenspiele. Auf zu realitätsgetreue Simulationen, Sportspiele oder profanes "Rätselraten" kann ich allerdings verzichten.

Spiele in denen man gefordert wird und die Spielmechanik genug Freiraum lässt, um verschiedenste Dinge auszuprobieren schätze ich sehr. Deshalb ziehe ich "hektischere" Echtzeit- auch den Rundenstrategiespielen vor.

Generell kann ich mich glücklich schätzen, dass ich die Anfänge und Entwicklung so vieler Spiele auf verschiedensten Plattformen mit all ihren Höhen und Tiefen miterleben durfte. Man konnte in den letzten Jahrzehnten gut verfolgen, wie sich Computer- und Konsolenspiele von einem belächelten "Kinderzeitvertreib" zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickelten, denn "weltweit nahm die Gamesbranche 2022 schätzungsweise 201 Milliarden Euro ein".

Darüber hinaus versuche ich, die meisten Titel von damals™ wieder als Originalspiel im Regal zu haben. Für die sogenannten "Big Box Games" gibt es mittlerweile eine regelrechte Subkultur im Internet, da die Ära von ca. 1990 bis 2000 die einzige Periode war, in der vor allem PC-Spiele in schönen Kartonschachteln verkauft wurden. Darin befanden sich neben den Installationsdisketten bzw. CDs auch mindestens ein gedrucktes(!) Handbuch und gegebenenfalls noch weitere Gimmicks wie Stoffkarten, Techtrees, kleine Kataloge, Poster, uvm.
Heutzutage gibt es beim Kauf eines Spiels nur noch einen schnöden Downloadcode für eine der namhaften Spielevertriebsplattformen und wenn man Glück hat auch eine Anleitung als PDF.

Auch wenn es einige Jahrzehnte später nicht mehr ganz so trivial ist, ein Spiel aus den 1990er Jahren auf modernen Systemen zum Laufen zu bringen, gibt es dennoch mehrere Möglichkeiten:

  • Man besorgt sich einen PC Baujahr 199x und konfiguriert ihn entsprechend
  • Man setzt auf Emulatoren, wie z.B. Vice (für C64), WinUAE (für Amiga), DOSBox (für PCs) oder PCem/86Box (für PCs)
  • Man holt sich die Spiele bereits für moderne Systeme vor konfiguriert von https://www.gog.com

 

14. Linkliste

  1. Vollständige Synchronsprecherliste von Sacred: https://de.wikipedia.org/wiki/Sacred#Synchronisation
  2. Ältere PC-Zeitschriften im PDF Format: https://www.kultmags.com/mags.php
  3. Die Geschichte der Ego-Shooter: I’m Too Young To Die: The Ultimate Guide to First-Person Shooters 1992–2002
  4. C64 Diskettenmagazine: Magic Disk 64, Game On und Golden Disk https://www.magicdisk64.com
  5. Vollbild Screenshots von C64 Spielen: https://c64screenshots.com
  6. Big Box Games Collection: https://bigboxcollection.com
  7. Indizierte Spiele in Deutschland:
  8. Finnish Retro Game Comparison Blog: https://frgcb.blogspot.com/




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